Wie Harnwegsinfektionen entstehen

 

Hinweise für die kritische Selbstbeobachtung

Der häufigste Auslöser von wiederkehrenden Harnwegsinfektionen ist das Bakterium Escherichia coli aus dem eigenen Dickdarm. Vom Analbereich aus kann dieser bewegliche Keim die Harnröhrenöffnung besiedeln, von dort in die inneren Abschnitte der Harnwege aufsteigen und Infektionen der Harnröhre, Harnblase hin bis zu den Nieren auslösen. Bei Frauen ist aufgrund der anatomischen Verhältnisse die Zugänglichkeit der Harnwege für diese Erreger erleichtert, weshalb sie auch viel anfälliger für wiederkehrende Harnwegsinfektionen sind als Männer.

Mangelnde Hygiene oder die falsche (Wisch-) Richtung bei der Reinigung der betroffenen Korperregion auf der Toilette sind häufige, aber vermeidbare Ursachen für dieses Problem! Es kann jedoch auch übertriebene Hygiene v.a. unter Anwendung von Wasch- oder Desinfektionsmitteln die natürliche Schutzflora der Scheide zerstören und damit den Coli-Bakterien den Weg erleichtern.

Ein Rat für junge, sexuell aktive Frauen: neben reichlicher Flüssigkeitsaufnahme und häufiger Toilettengänge auch das Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr (die "Mictio post coitum") sehr empfehlenswert, denn es ist bewiesen, dass sich die Keimzahl im Mittelstrahlurin der Frau nach einem Verkehr um 100 - 1000 mal anreichert - eine lange Verweildauer des Urins in der Blase erhöht daher das Infektionsrisiko durch den Keim E. coli.

Symptome für Harnwegsinfektionen

  • Häufiger Harndrang
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Harntrübung
  • Schmerzen im unteren Rücken und Bauchbereich
  • Blut im Harn

 

Ein besonderes Risiko für Harnwegsinfektionen liegt vor wenn

a) die Einwanderung von Keimen begünstigt wird durch

  • weibliches Geschlecht (kurze Harnröhre)
  • Bestimmte Verhütungsmittel (Spermizide, Diaphragma, Spirale..)
  • Austrocknung der Scheidenoberfläche (Östrogenmangel, Wechseljahre)
  • Manipulationen am Harntrakt (Katheter, Zytoskopie)
  • Rückfluss von Harn aus der Blase in den Harnleiter und Niere (entwicklungsbedingte Fehlbildungen bei Kindern)
  • Schwangerschaft
  • Zucker im Harn (Diabetes mellitus)

b) Harnabflussstörungen die ungestörte Vermehrung von eingedrungenen Keimen erleichtern

  • Harnsteinleiden
  • Vergrösserte Prostata
  • Schwangerschaft
  • Blasenentleerungsstörungen mit neurologischer Ursache und nach Operationen
  • Fehlbildungen, Verletzungen, Verengungen durch Entzündungen oder Geschwülste in den Röhrenorganen

c) Abwehrmechanismen gestört sind:

  • Immundefekte (Aids)
  • Kortisonbehandlung oder therapeutische Immunsuppression (nach Organtransplantationen)
  • Abwehrschwäche bei Säuglingen und Kleinkindern oder chronisch Kranken

 

Personen, die zu wiederkehrenden HWI neigen, werden eine Reihe von Massnahmen zur Prävention empfohlen:

  • Blase regelmäßig entleeren, Harn nicht zurückhalten.
  • Trinkmenge erhöhen und dabei auch sinnvolle Getränke einbauen wie Preiselbeersaft, Blasentee.
  • Wärme (Unterleib, Füsse)
  • Immunabwehr stärken (Ernährung, Sport, Psyche)
  • Säuberung des Anus nach dem Toilettengang von vorne nach hinten.
  • Auf gesunde Scheidenflora achten – übertriebene Hygiene mit Detergentien vermeiden
  • Wechsel von Tampon auf Binde
  • Überprüfung der Verhütungsmethode auf Auslösung eines HWI-Risikos
  • Blase möglichst knapp vor und nach dem Sexualverkehr entleeren.
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Übertragbare Geschlechtskrankheiten können im Anfangsstadium Symtome erzeugen, die mit HWI verwechselbar sind. Bei unklarer Ursache oder auffälligen Anzeichen sollte daher durch einen Facharzt eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Auch Infektionen mit Chlamydien und Pilzen sind leicht beim Geschlechtsverkehr übertragbar, weshalb dann auch eine Therapie des Sexualpartners erfolgen muss.

 

Katheter

sind eine bedeutende Ursache für HWI gerade in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Dies trifft insbesondere die Anwendung von Dauerkathetern in der Pflege und sollte mit besonderen pflegerischen Massnahmen verbunden werden. Regelmässiges Trinken von Preiselbeersaft fürdert die Durchspülung der Katheter (weniger Inkrustationen) und verhindert den Aufstieg der Bakterien am Silikonmaterial in die Blase hinein.

Für die Durchführung eines Selbstkatheterismus sollten in der heutigen Zeit nur mehr beschichtete Einmalkatheter, die nach Benetzung mit Flüssigkeit eine hohe Gleitfähigkeit aufweisen, eingesetzt werden. Bei Anwendung dieser Technik ist zwar häufig eine symptomlose Bakteriurie zu beobachten, ein behandlungsbedürftiger symptomatischer Harnwegsinfekt kommt eher selten vor. Erfahrungen aus Kreisen von Querschnittgelähmten oder MS-Betroffenen haben gezeigt, dass durch ständige Einnahme von Preiselbeerpräparaten (Lutschtabletten, Kapseln oder Saft) das Risiko einer bakteriellen Harnwegsinfektion noch deutlich weiter senkt. Die Therapie von trotzdem vorkommenden HWI mit Antibiotika sollte nur bei entsprechender Symptomatik (Fieber, Schmerzen) und nur kurzzeitig erfolgen.

 

Wegen des Risikos auf einen komplizierten HWI ist bei

  • Kindern (HWI kann durch Fehlbildungen verursacht sein),
  • Männern (Prostatavergrösserung, Steinbildung, Nebenhodenentzündung),
  • Schwangeren und
  • rezidivierenden unkomplizierten Harnwegsinfektionen der Frau.

eine weitere Abklärung immer erforderlich.

 

Achtung!

Warten Sie bei einer Harnwegsinfektion nicht so lange bis Fieber auftritt, sondern gehen Sie bereits bei anderen Symptomen zum Arzt.

 

 

Weiterführende Informationen

Mehr über die Entwicklung der Preiselbeeren vom Volksheilmittel zum Gegenstand moderner medizinischer Forschung auf dem Gebiet der Harnwegsinfektionen finden Sie auf der Seite "Ausführliche Informationen zu Preiselbeeren/Cranberry in der Medizin"

 

Nützliche Links:

gesund.at/blasenentzuendung-harnwegsinfekt

gesund.at/blasenentzuendung-arztbesuch

gesund.at/blasenentzuendung-vorbeugen

 

Buchtipp: "Harnwegsinfektionen" vom Verlagshaus der Ärzte  (ISBN 3-901488-46-4).

Ausführliche Beschreibungen von Preiselbeer- und Cranberry-Produkten:

Einnahme-Empfehlungen für Kinder



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